Die Parkplatz-App Ampido: Ein Erfahrungsbericht

(Hinweis: Die beiden Links sind Referral-Links)

 

Wer in Köln (oder einer beliebigen anderen Großstadt) unterwegs ist, kennt das leidige Problem mit der Parkplatzsuche. Wenn welche zu finden sind, dann kann das schnell teuer werden; in Köln bis zu 1 oder gar 2 Euro pro 20 Minuten.

 

Als ich dort wohnte, hatte ich mir schnell angewöhnt, mein Auto in dem gebührenfreien äußeren Viertel zu parken und mit der Bahn in die Innenstadt zu fahren. Dank des gut ausgebauten ÖPNV gerade in Köln an sich kein Problem.

 

Man muß nur etwas Zeit mitbringen, möglichst nicht allzu viel zu tragen haben und im Zweifelsfall wasserfest sein…

 

Auch nachdem ich Köln verlassen habe, habe ich diese Vorgehensweise bei meinen Besuchen eigentlich beibehalten. Ausgerechnet heute haben sich dann aber meine vorgehenden Termine lang genug hinausgezögert, daß das mit der Zeit so eine Sache war, von meinem Gepäck und der doch immens erhöhten Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen.

 

So entschied ich mich, eine App auszuprobieren, mit der ich schon eine ganze Weile geliebäugelt hatte: Ampido.

 

Zugegebenermaßen war ich zunächst skeptisch gewesen. Privatpersonen, die ihre Einfahrten vermieten? Geht das? Und vor allem: Tun sie das tatsächlich oder verbindet da vielleicht jemand geschäftstüchtig einen Streich mit einem ziemlichen Nepp?

 

Nun hatte Groupon aber schon seit einer Weile Guthaben für diese App im Angebot. Das reizte noch mehr und so entschloß ich mich, sie heute endlich zu testen.

 

Also die App runtergeladen und mich registriert. Mit Namen, Email-Adresse, Handynummer und Kennzeichen jeweils mit durchaus verständlichen Datenabfragen. Auch die verlangten Berechtigungen mit Standort und Netzwerkzugrifff machen für mich DAU durchaus Sinn. Fehlende Offline-Verwendbarkeit finde ich zwar meistens nervig, doch habe ich erkannt, wofür (zumindest) die Internetverbindung benötigt wird und das war cool. Dazu aber später.

 

Installiert, registriert. Kurz nach Parkplätzen gestöbert: Angeblich gibt es welche. Wie es aussieht, sowohl die erwarteten privaten Einfahrten und Stellplätze als auch irgendwelche Seitenplätze bei Parkhäusern. Na gut. Dann den Groupon-Gutschein besorgt. Für 5 Euro, dachte ich mir, kann ich nicht allzu viel falsch machen. Der Code war im Handumdrehen angenommen und das Guthaben wurde ohne viel Suchen im Menü angezeigt.

 

Dann mal auf nach Köln.

Fürs erste Mal entschied ich mich erst kurz vor Ort, in welcher Gegend ich parken wollte. Im Menü hatte ich unter “Suchen” die Auswahlmöglichkeit zwischen “Mein Standort” und einer direkten Adresse. Mit wachsender Benutzung nimmt auch eine Liste zu, auf welcher die schon gesuchten Orte genannt werden. Dazu sind noch Zeit und Datum von bis einzugeben.

 

Und tatsächlich, im nächsten Moment hatte ich eine Auswahl der umliegenden registrierten Parkmöglichkeiten mitsamt Preis, Entfernung und vor allem auch kurzer Beschreibung plus Foto. Ausschlaggebend für meine Wahl war eine animierte Bilderfolge für den Parkplatz inklusive dicker grüner Pfeile, auf der ich genau sehen konnte, wie ich die letzten Meter zu fahren haben würde. Mit der Option “Routen” wurde ich unabhängig von einer Buchung direkt an Google Maps weitergeleitet, welches mir die Anfahrt zu diesem Parkplatz beschrieb.

 

(Wie mir später auffiel, eine hervorragende Möglichkeit, um endlich auch sein geparktes Auto wiederfinden zu können…)

 

Tatsächlich brachte mich Google Maps bis regelrecht vor die Einfahrt. Dort, wo dessen Beschreibung aufhörte, übernahm die Animation der App. ‚Also hier in die Einfahrt rein, okay, und dann?‘, stellte sich mir dann die große Frage. Ich sah mich an der für einen Parkplatz ziemlich normal aussehenden Schranke um. Man konnte ein Ticket ziehen, doch laut der App war das nicht nötig.

 

Stattdessen war man schon vorgewarnt worden, eben bei diesem hier  eine bestehende Internetverbindung zu benötigen. Da ein Poster bestätigte, daß es sich hier um einen auch von Ampido verwendeten Parkplatz handelte, wagte ich mich weiter. Vor die Schranke, erledigt. Auf „Schranke öffnen“ klicken. Okay, done. Einen Moment geschah nichts, doch die App bat um Geduld: „Vorgang kann einen Moment dauern“. Kein Auto hinter mir, na gut. Es waren dann auch nur vielleicht zwei, drei Sekunden, bis sich plötzlich die Schranke wie von selbst öffnete. Begeistert fuhr ich ein.

 

Die nächsten Fotos auf der App zeigten mir den genauen Weg, den ich zu nehmen hatte.

 

Zugegeben sah der Ort da auch etwas weniger einladend aus, führte es einen doch durch ein relativ schmales Tor eines Metallzauns nochmal durch zu einem hinteren Teil, der wohl Carsharing und ähnlichen Diensten vorbehalten ist.

 

Inmitten von blankem Beton und dem Metallgitter macht es eher den Eindruck einer Baustelle oder verlassenen Garage, die als Location für unfreundlichere Filme geeignet wäre. Aber, ich muß gleich sagen, als ich am Abend zurückkehrte, war die Art Garage sehr gut beleuchtet und auch der Parkplatz selbst lag nicht verlassen da. Noch weniger, da er sich direkt neben bzw. unter dem Musical Dome befindet. Insofern also durchaus sehr akzeptabel.

 

Nach dem genauen Platz selbst hatte ich einen Moment suchen müssen, da es hier mehrere gab und diese Nummer quasi links hinter mir lag. Aber auch das war letztlich gut ausgeschildert und ohne weitere Probleme machbar.

 

Gespannt ließ ich mein Auto stehen und machte mich auf zu meinem Termin. Kurz vor Schluß meldete sich mein Handy: Ampido schickte eine Push-Nachricht, daß die Parkzeit in einer halben Stunde ablaufen würde.

 

Der Rest war so einfach wie zu Beginn: „Ausfahrt öffnen“ auf dem Handy antippen, die Schranke öffnete sich. Kurz darauf vermeldete eine Push-Nachricht noch, daß die Parkzeit geendet hatte.

 

Für meine nächste Station wählte ich einen Platz vor einer privaten Garageneinfahrt. Diesmal gab es keine Animation, dafür aber eine textliche Beschreibung mit gutem Hinweisbild. Ich buchte im Vorhinein für meine Ankunftszeit, ließ mir über „Routen“ wieder den Weg zeigen, fertig.

 

Da ich etwas früher da war und den Platz natürlich schon nutzen wollte, versuchte ich, mit der App die Vorlaufzeit nachzubuchen. An sich war das möglich, allerdings sind die Zeiten nur in 15-Minuten-Schritten einstellbar. Das hat zwar nur ein paar Cent ausgemacht, eine Einstellmöglichkeit „ab jetzt“ wäre dennoch eine wünschenswerte Überlegung.

 

Wieder war ich in einem belebteren Viertel Kölns. Ich nutzte die App bis kurz vor Mitternacht. Dann wechselte ich wieder den Ort und es gab eine Menge Parkplätze, welche ohnehin nur bis 23 Uhr kostenpflichtig waren. (Da heißt es natürlich selbst drauf achten.)

 

Mein dritter Versuch fand schließlich in einem Bereich weiter außerhalb statt. Dort war das nächste Ampido-Angebot 1,1 km vom Zielort entfernt. An sich nicht weit, man merkt nur den Unterschied. Umso mehr später in Weinheim, einer Stadt mit 43tausend Einwohnern. Natürlich halten sich auch die Parkplatzkosten dort in Grenzen. Der nächste Ampido-Parkplatz ist allerdings 16 km entfernt im größeren Mannheim.

 

Fazit: Ich bin mit der App für den Großstadt-Gebrauch sehr zufrieden. Sie ist problemlos zu bedienen, erleichtert das Parken noch zusätzlich durch die Wegweisung und spart deutlich gegenüber den üblichen Kosten. In anderen als großstädtischen Gebieten ist sie noch ausbaufähig, ist offenbar aber auch eben im Ausbau begriffen.